Behandlung einer HIV-Infektion
Eine Infektion mit dem HI-Virus ist bis heute leider immer noch nicht heilbar, jedoch behandelbar. Trotz intensiver Bemühungen in der Forschung konnten bislang weder Impfstoffe noch Medikamente gefunden werden, welche das Virus gänzlich an der Vermehrung hindern oder es völlig aus dem Körper entfernen. Es gibt jedoch eine Reihe von Medikamenten, welche die Vermehrung von HI-Viren hemmen und den Krankheitsverlauf verzögern können.
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Zwischen der Ansteckung mit HIV und dem letzten Stadium der Erkrankung, das AIDS genannt wird, liegt eine individuell unterschiedlich lange Zeit. Zehn Jahre nach der Infektion sind 50%, 14 Jahre danach 69% der infizierten Menschen im Vollbild AIDS. Ca. 8% der infizierten Menschen haben jedoch sogar 15 Jahre nach der Infektion noch keine Anzeichen einer Erkrankung.
AZT (Zidovudin/Retrovir) war das erste Medikament, das die Vermehrung des Virus in den befallenen Zellen hemmt und so den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst. Mittlerweile gibt es ca. 16 Medikamente, die auf verschiedenen Wegen gegen das Virus wirken. Es hat sich gezeigt, dass die Behandlung mit nur einem Medikament schnell ihre Wirkung verliert, da das Virus gegen das Medikament resistent wird. Eine Kombinationstherapie mit 3 (oder mehr) Medikamenten bietet deutlich bessere Möglichkeiten, die Vermehrung des Virus auf längere Zeit zu unterdrücken. Welche Kombination hier für den jeweiligen Patienten die wenigsten Nebenwirkungen zeigt und am besten verträglich ist, sollte mit einem hierauf spezialisierten Arzt besprochen werden.
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Ist das lmmunsystem eines infizierten Menschen bereits geschädigt, kann man neben der Hemmung der Viren selbst auch gegen die Krankheiten etwas tun, die aufgrund des geschwächten Immunsystems nun eher die Chance haben, anzugreifen (opportunistische Infektionen). Gegen eine bei fortschreitender HIV-Infektion häufig auftretende Lungenentzündung durch Parasiten (PcP = Pneumocystis carinii Pneumonie) kann beispielsweise vorbeugend inhaliert oder können Tabletten eingenommen werden. Auch gegen andere opportunistische Infektionen wie Toxoplasmose oder Kryptokokkose ist eine vorbeugende Behandlung möglich. Die meisten Infektionen durch Pilze, Bakterien oder Parasiten und Viren können mit wirksamen Medikamenten behandelt werden.
Bei alledem ist es aber wichtig, zu wissen, dass die meisten im Verlauf der HIV-Infektion auftretenden Erkrankungen auch andere Ursachen haben können. Die Tatsache, dass z. B. Gürtelrose gehäuft bei HIV-Patienten auftritt, bedeutet nicht, dass jeder Patient mit einer Gürtelrose auch HIV-positiv ist!
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Wann (be-)handeln?
Der Wissenszuwachs über die HIV-Infektion in den letzten Jahren war enorm. Es gab und gibt eine Flut von Informationen über die antiretrovirale Therapie. Aber noch immer ist nicht geklärt, wann der günstigste Zeitpunkt für den Beginn einer Behandlung ist.
Um es schon vorab zu sagen: eine eindeutige Klärung wird es wohl auch nicht geben, denn viele Faktoren beeinflussen die Entscheidung, sowohl medizinische als auch persönliche. Hilfestellungen kann hier der behandelnde Arzt, evtl. auch andere Ärzte, andere HIV-Positive, AIDS-Beratungsstellen etc. leisten.
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Jeder Patient muss — nach Abwägung aller Argumente — selbst entscheiden, ob er sich einer Therapie unterzieht oder nicht; ob er sie gleich beginnen oder lieber noch warten möchte, denn die Compliance des Patienten, d.h. die Therapietreue, ist ein wichtiger Faktor für den Therapieerfolg.
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Auf die Therapie muss man sich vorbereiten, man muss sie akzeptieren und wollen, denn sie bedeutet eine regelmäßige Tabletteneinnahme mehrmals täglich, durchgängig jeden Tag, in allen Lebenslagen mit individuell unterschiedlicher Verträglichkeit und eventuellen Nebenwirkungen.



